Eigenschaften und Zustand

Größe: 50 × 60 cm (H×B)

Provenienz

Öl auf Leinwand,50 x 60 cm , neuerlich auf einen Keilrahmen aufgezogen und doubliert.
Signiert und datiert “ 1930 “ . Rahmen.
Literatur:
Peter Junk und Wendelin Zimmer: „Felix Nussbaum. Leben und Werk. Unter Mitarbeit von Manfred Meinz“, Köln u. Bramsche 1982, Nr. 62.
Allgemeine Literatur:
Ausstellungs-Kat. ‚Felix Nussbaum. Verfemte Kunst – Exilkunst – Widerstandskunst“, dritte neu bearb. u. erweiterte Auflage, Osnabrück 1994.

Provenienz: Nachlass des Künstlers; Privatsammlung Norddeutschland.

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Über den Künstler

Felix Nussbaum war ein bekannter deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit.
1923 hatte Nussbaum sein Studium der Malerei in Berlin aufgenommen, zunächst in den Studienateliers für Malerei und Plastik (Lewin Funcke-Schule) bei Willy Jaeckel, seit 1924/25 an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst bei Cesar Klein. Bereits 1927 hatte der erst 22-jährige Maler eine Einzelausstellung in der Galerie Casper in Berlin. 1928 wurde Nussbaum Meisterschüler bei Hans Meid an den Staatschulen. 1928/29 reiste er auf den Spuren seines frühen Vorbilds Vincent van Gogh über Belgien nach Südfrankreich. Nach seiner Rückkehr entstand eine Werkserie flächig komponierter Landschaften, die sich teilw. unmittelbar auf Van Gogh bezogen aber auch an Werke von Maurice Utrillo und Henri Rousseau oder auch Giorgio de Chirico erinnern. Nussbaum arbeitete kaum nach der Natur, fast ausschließlich im Atelier – er schöpfte vieles aus seiner Phantasie. Er kehrte zurück, nicht als expressionistischer Van Gogh-Epigone, sondern mit einem gefundenen eigenen Stil. Seine Ausstellung 1929 in der Galerie Casper wurde ein voller Erfolg. In den Folgejahren gewann Nussbaum zunehmend an Anerkennung und Bekanntheit: 1930 stellte Nussbaum in der „Modernen Galerie Wertheim“ in Berlin aus; 1931 sorgte sein Gemälde „Der tolle Pariser Platz“ („Der tolle Platz“) als Persiflage auf die Führungsriege der Preußischen Akademie der Künste mit Max Liebermann für einen Kunstskandal in der Berliner Secession; von Oktober 1932 bis zur erzwungenen Rückkehr im Mai 1933 hielt sich Nussbaum als Studiengast der Deutschen Akademie Villa Massimo in Rom auf. Im Dezember 1932 musste Nussbaum allerdings erfahren, dass sein Berliner Atelier mit 150 Bildern ausbrannte und hierdurch ein Großteil seines Frühwerks vernichtet wurde. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 führte zu einer scharfen Zäsur im Leben, der Kunst und der Karriere Nussbaums. Als Jude war er den Repressionen früh und unerbittlich ausgesetzt, was 1935 zu seiner Emigration nach Belgien führte. Trotz der äußeren Bedrängnisse fand er die schöpferische Kraft, um die Ereignisse, Diffamierungen und sein persönliches Schicksal für die Nachwelt künstlerisch zu dokumentieren und in ergreifenden Werken einen tiefen Ausdruck zu verleihen. Nach entbehrungsreichen Jahren im Exil, Internierung und Leben im Verstecken, kam es schließlich zur Deportation und 1944 zur grausamen Ermordung von Felix Nussbaum und seiner Frau in Auschwitz. Seit 1969/70 wurde sein Oeuvre und seine Bedeutung zunehmend wiederentdeckt und gewürdigt. 1998 errichtete man für ihn das Felix-Nussbaum-Haus als Museum nach Entwürfen des Architekten Daniel Libeskind, das sein Vermächtnis vermittelt: „Wenn ich untergehe, lasst meine Bilder nicht sterben.“

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