Niki de Saint Phalle

Properties and condition
Edition Plastique R.Haligon.
Signiert und nummeriert.
Provenance
“Les baigneurs”. Originaltitel
Polyester, polychrom gefasst, 1980/81. 46,5 cm x 47 cm x 30 cm. Auf der Standfläche geprägter Signaturstempel “Niki”, Nummerierung 100/150 sowie Prägestempel der Polyester-Manufaktur “PLASTIQUES D’ART R. HALIGON”.
Exemplar aus der Auflage von 150 Exemplaren (es gab überdies 20 Künstlerexemplare), ausgeführt von Robert Haligon, Mandres les Roses, Frankreich.
Eine überlebensgroße, leicht abgewandelte Version von “Les Baigneurs” befindet sich im Skulpturenpark der Fondation Pierre Gianassa in Martigny. Nachdem Niki de Saint Phalle in ihrem Frühwerk, nicht zuletzt durch Performances mit drastischen, agressiven, feministischen Schießaktionen und -Bildern, auf sich aufmerksam gemacht hatte, fand sie Mitte der 1960er-Jahre zu ihren charakteristischen “Nanas”: üppige, weibliche, durchaus sinnliche, vollplastische Frauenfiguren (wie hier gelegentlich von einem Partner begleitet), die sie seit 1967 auch in Polyester umsetzte. Im Laufe der Zeit wurden diese Figuren immer fröhlicher, verspielter und farbenfroher, nahmen in der Folgezeit auch größere Dimensionen an und wurden auch als Außenskulpturen konzipiert. Hierbei nahmen sie sogar ekstatische Tanzposen und akrobatische Positionen wie Handstände und Radschläge ein. Zu einerm legendären Kunstskandal führte 1966 eine temporäre Installation: Auf Veranlassung des Direktors Pontus Hultén (unter Mitarbeit ihres späteren zweiten Ehemanns Jean Tinguely, den sie 1955 kennengelernt hatte) und des Schweden Per Olof Ultvedt schuf Niki de Saint Phalle im Stockholmer Moderna Museet eine monumentale, 29 Meter lange, liegende, schwangere “Nana”-Skulptur mit dem Namen “Hon” (schwedisch: “Sie”), die durch die Vagina betreten werden konnte und in deren Innerem sich u.a. eine Bar und ein Kino befanden. Auf einem der massiven Oberschenkel von “Hon” stand das Motto “Honi soit qui mal y pense” (“Wer schlecht darüber denkt, soll beschämt werden”). Nach anfänglichem Erstaunen und Schweigen löste die Installation weltweit umfangreiche öffentliche Kommentare in Zeitschriften und Zeitungen aus, die nur zur Steigerung der Bekanntheit des Moderna Museet und von Niki de Saint Phalle selbst beitrugen. Über 100.000 Besucher, darunter viele Kinder, strömten in die Ausstellung, um die immersive Installation zu erleben. Nach einer Präsentation ihrer “Nanas” während der 4. documenta 1968 in Kassel wurde sie in Deutschland 1974 durch die drei monumentalen “Nana”-Statuen berühmt, die am Ufer der Leine in Hannover aufgestellt wurden. Die Stadtverwaltung wurde zunächst mit über 20.000 Beschwerdebriefen überschwemmt, doch schließlich erhielten die Figuren liebevoll die Spitznamen “Sophie”, “Charlotte” und “Caroline” zu Ehren dreier historischer Frauen der Stadt. Der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern der Statuen wurde durch ein Tauziehen beigelegt. Heute sind die “Nanas” Teil der Skulpturenmeile in Hannover und aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.
About the artist
Französisch-schweizerische Aktionskünstlerin, Malerin und Bildhauerin, die mit ihren farbintensiven , üppigen Frauenfiguren, den sogenannten ‘Nanas’, weltberühmt wurde. 1930 in Neuilly sur Seine geboren , aufgewachsen in New York, später weltweit gereist und tätig, u.a. in der Schweiz, Frankreich, Israel, Italien und den USA .